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+++  J E D E N  S O N N T A G  N E U  +++ 07. März 2010

Sieben Zwerge und das Management Teil 2

... Eines Tages kam es zum offenen Streit. Die Zwerge warfen ihre kleinen Schaufeln hin, stampften mit ihren kleinen Füßen und ballten ihre kleinen Fäuste - der erste Streik war da. Der Manager erschrak und versprach den Zwergen, neue Kollegen anzuwerben, die ihnen helfen sollten. Der Manager nannte das Outsourcing. Also kamen neue Zwerge, die fremd waren und nicht recht in die kleine Gemeinde passten. Damit die angeheuerten Fremdkräfte, wie sie von den Zwergen genannt wurden, auch wirklich permanent gute Leistung bringen, wurde einer der ursprünglichen Zwerge zum Projektleiter über die externen Mitarbeiter ernannt. Natürlich verbrachte auch diese neue Führungskraft viel Zeit in Meetings, um seinem Manager über den Fortgang der Arbeiten zu berichten. Von den ursprünglich arbeitenden Zwergen arbeiteten jetzt nur noch drei in dem Garten.

Der erste Gruppenführer war natürlich nicht begeistert, dass es jetzt noch einen zweiten Gruppenführer, der sich sogar Projektleiter nennen durfte, gab; er hatte Konkurrenz bekommen. Die beiden Gruppen schenkten sich untereinander nichts mehr, misstrauten sich gegenseitig und rückten nichts mehr raus. Ein reger Handel begann zwischen den Abteilungen. Der Manager brütete Wochen und Monate, bis er endlich zu der Lösung kam, dass er die beiden Gruppen zu einer Abteilung zusammenfasste, so dass wieder mehr Zusammenhalt unter den internen und externen Zwergen da war. Der Gruppenleiter der ursprünglichen Zwerge wurde Abteilungsleiter, ein weiterer Indianer-Zwerg stieg zum Gruppenführer auf. Um den Überblick zu behalten, teilte der neue Abteilungsleiter jeder Gruppe eine eigene Kostenstelle zu. Unter sämtlichen Zwergen war ein Knurren, das immer stärker und stärker wurde. Von den ursprünglich sieben fleißigen Zwergen arbeiteten mittlerweile nur noch zwei.

Die zwei Zwerge, die noch arbeiteten, erbrachten ihr Arbeit nun mehr schlecht als recht. Als der Manager, der Controller, der Abteilungsleiter und die beiden Gruppenführer nicht mehr weiter wussten, beauftragten sie schließlich einen Unternehmensberater. Der strich, ohne die geringste Ahnung zu haben, hochnäsig durch den Garten und erklärte den verdutzten Managern, die Gründe für die schlechte Leistung seien darin zu suchen, dass die letzten beiden im Garten verbliebenen Zwerge ihre Schaufeln falsch hielten. Dann kassierte er eine ganze Kiste voll Wurzeltaler und verschwand so schnell wie er erschienen war.

Währenddessen stellte der Controller fest, dass die externen Mitarbeiter mehr Kosten verursachten als Gewinn erbrachten und über dies die Auslastung der internen Zwerge senkte. Schließlich entließ er sie. Der Führer, der die externen Mitarbeiter geführt hatte, wurde zum stellvertretenden Controller ernannt, um seine Benefite und seinen Status nicht zu verlieren.

Jetzt kommt es Dicke, denn einer der beiden verbliebenen Zwerge gewann den Zwergen-Jackpot in der Lotterie und verschwand spurlos. Obwohl der letzte noch arbeitende Zwerg mehrere Male um Verstärkung bat, dauerte es 6 Wochen, bis die Nachricht, dass einer der beiden Arbeiter hinter den sieben Bergen verschwunden war, beim Manager landete. Die Informationskette war nämlich unterbrochen, da der Gruppenführer auf Urlaub und der Abteilungsleiter auf Weiterbildung war. Der Manager sah jedoch keinen Grund zur Panik, da er inzwischen eh gelernt hatte, dass der Umsatz nicht so wichtig ist wie die Rendite, und eine gute Rendite könne auch ein Zwerg alleine erwirtschaften.

So arbeitete nur noch ein letzter Zwerg in dem Garten. Dieser konnte sich jedoch auf ein strammes Management verlassen: Der Manager, der Controller und sein Stellvertreter, der Abteilungsleiter sowie sein Gruppenführer beschäftigten sich selbst in einem Meeting nach dem anderen. Der Zwerg schuftete bis zum Geht-nicht-mehr, Sonntagsarbeit war angesagt, die Überstunden häuften sich immens an. Den letzten beißen die Hunde? Nicht so in diesem Fall, denn der Zwerg hatte Glück: In seiner knappen Freizeit, die ihm noch verblieb, lernte er Präsentina kennen, zog mit ihr in ein fremdes Land und lebte fortan glücklich und zufrieden in bescheidenen Verhältnissen.

Die Firma ging pleite, der Manager, der Abteilungsleiter, die beiden Controller und der Gruppenführer aber fanden sich mit großzügigen Summen gegenseitig ab und verpissten sich ins Ausland, um der Anklage wegen Untreue zu entgehen.

© acledite (w43)


Die Maulwurfstorte

Der Wurzeltaler Maulwurfschutzverein rückte letzte Woche geschlossen aus. Anlass war der Hinweis einer Maulwurfsfreundin, dass die Spielleitung selbst - Zwerg höre und staune - Maulwürfe durch nicht artgerechte Haltung quäle. Die Reporter des SalatBlatt knatterten, nach einem vertraulichen Hinweis, sofort auf ihren Mopeds los, um Näheres zu erfahren.

Was war geschehen? Besagte Tierfreundin hatte eines Morgens in ihrem Gartenregal eine rosarote Torte mit drei Maulwürfen entdeckt, wovon zwei davon Kerzen auf den Köpfen trugen. Empört über diesen, ihrer Meinung nach eindeutigen Verstoß gegen das Maulwurfschutzgesetz, trommelte sie ihre Mitstreiterzwerge und –zwerginnen zusammen. Die Maulwurfschützer bewaffneten sich mit Gartengeräten und rückten aus, um die Spielleitung, respektive upjers selbst, zur Räson zu bringen.

Reporterin und Maulwurfsfreundin Gnomin blieb vor Ort und befragte mit Hilfe von Tierarzt Dr. Nori Äskulap, der auch die Sprache der Maulwürfe versteht, das Trio mit dem schwarzen, seidigen Fell. Die Gnomin erzählte zunächst von den Vorwürfen der Mitglieder des Maulwurfschutzvereins Wurzeltal und fragte nach, warum sie in einer Torte sitzen würden.

Und hier die Original-Stellungnahme der drei Betroffenen nach der Übersetzung von Dr. Äskulap - Manni, Maxi und Mauli streckten ihre Samtnasen hoch in die Luft und piepsten empört:

Trio
Was heißt hier Quälerei? Kaum hat unsere Sippe, die Knubbelnasen, eine Möglichkeit gefunden Wurzeltaler zu verdienen, um sich irgendwann einen eigenen Garten nur für Maulwürfe zu kaufen, schon werden wir sabotiert! Wir sind vom Eventservice EmMKn (Events mit Maulwurf Knubbelnase), berüchtigt für seine originellen Ideen und deren einzigartige Umsetzung!

Jederzwerg mit genügend Wurzeltalern sollte seinen Lieben zum Geburtstag oder anderen Festen eine Freude mit uns machen. upjers hat unsere gesamte Sippe für eine ganze Woche gebucht - extra für alle Gärtnerzwerge zum 2. Geburtstag des Wurzelimperiums und die Wurzeltaler rollen in unsere schwarzen Samt-Spardosen. Diese Maulwurfschützer sollen sich mal um ihre eigenen Maulwürfe kümmern!


Na denn, Maulwurfschützer - zurück in eure Gärten und zum Füttern der eigenen Maulwürfe!

© Gnomin


Zwergengrafik